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LIVE-Klasse
Für diese Yoga-Klasse brauchst du:
Blöcke
Decke
Yoga für die Beinrückseite
3. Türchen Adventskalender 2025
Im Alltag sitzen wir viel: am Schreibtisch, im Auto, auf dem Sofa. Unsere Oberschenkelrückseiten, die Ischiocruralmuskulatur oder wie du es vielleicht manchmal hörst, die die Hamstrings, sind dabei oft in der immer gleich bleibenden Position. Auch wenn der Ausdruck oft verwendet wird, verkürzen können unsere Muskeln übrigens nicht. Aber sie sie fühlen sich oft steif und unnachgiebig an, daher kommt dieser Ausdruck.
Wenn die Muskeln der Beinrückseite mit der Zeit immer weniger nachgeben, ziehen sie wortwörtlich an unserem Becken. Stell dir vor, deine Beinrückseiten sind wie straffe Zugseile, die an der Rückseite deines Beckens befestigt sind. Werden diese Seile zu fest, kippt das Becken eher nach hinten.
Das hat Folgen für deinen unteren Rücken:
Die natürliche Krümmung in der Lendenwirbelsäule (das sanfte Hohlkreuz) kann abgeflacht werden.
Der Rücken versucht dann oft, irgendwo anders auszugleichen – mit Spannung, Gegenspannung, Ausweichbewegungen.
In Vorbeugen oder beim Bücken „hängt“ die Bewegung dann nicht mehr gut verteilt am ganzen Körper, sondern landet überproportional in ein paar empfindlichen Segmenten im unteren Rücken.
Kurz gesagt: Wenn die Rückseite wenig nachgibt, muss der untere Rücken oft zu viel ausgleichen. Das kann sich als Ziehen, Müdigkeit, verspannte Muskulatur oder sogar als Schmerz äußern.
In dieser Praxis holen wir die gefühlte Länge behutsam zurück, ohne Gewalt, ohne Leistungsdruck. Wir beginnen in Ruhe am Boden, spüren die Dehnung über die Beinrückseite, arbeiten mit kleinen Bewegungen und deinem Atem. Dann geht es nach und nach in Positionen, in denen du gleichzeitig Kraft und Länge spürst: die Beine aktiv, der Rücken gut geführt, das Becken bewusst ausgerichtet. Deine Klötze oder Bücher dienen dir dabei wie kleine Podeste: Sie erlauben dir, mit den Händen höher anzukommen, sodass dein Rücken lang bleiben darf, auch wenn die Beinrückseiten deutlich zu spüren sind.
Wichtig ist mir dabei:
Du musst nirgendwo „ankommen“ – weder mit den Händen auf dem Boden noch mit durchgestreckten Beinen.
Die Dehnung darf deutlich, aber freundlich sein.
Dein Atem ist dein Maßstab: Wenn du ruhig weiteratmen kannst, bist du auf einem guten Weg.
Vielleicht merkst du im Laufe der Praxis, wie sich etwas löst: nicht nur in der Oberschenkelrückseite, sondern auch im unteren Rücken. Oft braucht es gar nicht die direkte „Bearbeitung“ des Schmerzes, sondern vielmehr ein besseres Zusammenspiel zwischen Beinrückseite, Becken und Wirbelsäule.
Zum Abschluss darf alles weich werden: Deine Beine müssen nichts mehr halten, dein Rücken darf loslassen, der Boden trägt dich. Vielleicht magst du dir innerlich sagen: „Ich muss meinen Körper nicht optimieren. Ich lerne vielmehr, ihn besser zu verstehen.“
Viel Spaß mit der dieser Praxis.

