
Ich bin ein Textabschnitt. Klicke hier, um deinen eigenen Text hinzuzufügen und mich zu bearbeiten.
Einloggen
Videotheks-Abo testen
00:27:13
LIVE-Klasse
Für diese Yoga-Klasse brauchst du:
Blöcke
Blöcke
Blöcke
Yoga für die Knie
2. Türchen Adventskalender 2025
Die Füße sind unser Fundament und darauf stehen unsere Beine. Wie zwei Säulen, die dein Haus – deinen Körper – tragen. Und mittendrin sitzen die Knie, ein Gelenk, das oft viel aushalten muss: langes Stehen, Treppensteigen, Sport, manchmal auch einfach den ganz normalen Alltag. Um diese Knie gut zu schützen, braucht es etwas, das viele eher mit dem Fitnessstudio verbinden: Kraftaufbau.
Wenn wir Krafttraining hören, denken wir vielleicht erst einmal an laute Musik, Gewichte stemmen, Gerätepark. Dabei ist Krafttraining im Grunde nichts anderes als: Muskeln bewusst nutzen, damit sie dich besser unterstützen können. Genau das machen wir heute, nur eben auf der Yogamatte.
Unsere Knochen sind nämlich kein starres Gerüst, das einfach da ist. Sie sind lebendiges Gewebe und reagieren auf Reize, vor allem auf Zug und Druck. In der Medizin spricht man von einem Prinzip, das als Wolff’sches Gesetz bekannt ist: Knochen passen sich den Belastungen an, die auf sie wirken. Bekommen sie regelmäßig Impulse, werden sie dichter und stabiler; werden sie kaum belastet, bauen sie langsam Substanz ab.
Diese Impulse entstehen besonders dann, wenn Muskeln arbeiten:
Zug entsteht, wenn deine Muskeln über die Sehnen am Knochen „ziehen“.
Druck entsteht, wenn du Gewicht über deine Knochen trägst. Zum Beispiel im Stand, in Ausfallschritten, in kraftvollen Haltungen.
Genau diese Zug- und Druckreize nimmt dein Knochensystem wahr. Knochenzellen reagieren darauf und regen Aufbauprozesse an. Vereinfacht gesagt: Sie bekommen das Signal „Hier wird etwas gebraucht, hier müssen wir stark sein.“ Forschung zeigt, dass mechanische Belastung – also gezielter Druck und Zug – die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) ankurbeln und so die Knochenstruktur stärken kann.
Studien zu Kraft- und Widerstandstraining belegen, dass solche Belastungen die Knochendichte verbessern und dabei helfen können, Osteoporose und Knochenabbau im Alter entgegenzuwirken, besonders, wenn regelmäßig mit dem eigenen Körpergewicht oder zusätzlichen Widerständen gearbeitet wird.
Und hier kommt deine Yogapraxis ins Spiel: In dieser Einheit stärkst du die Muskulatur rund um dein Knie. Oberschenkel, Waden, Rückseite und Gesäß arbeiten zusammen wie ein Team. Je kräftiger diese Muskeln sind, desto besser können sie dein Kniegelenk führen, entlasten und stabilisieren. Gleichzeitig erzeugen sie genau die Zug- und Druckreize, die deine Knochen brauchen, um stark zu bleiben. Du musst dafür nicht ins Fitnessstudio, keine Geräte bedienen, dein Körper, die Schwerkraft und deine Atmung reichen aus.
Vielleicht wird es heute zwischendurch mal anstrengend. Deine Oberschenkel melden sich, der Atem wird präsenter, die Haltung fordert dich. Aber mit dem neuen Wissen darüber, was in deinem Körper passiert, kannst du vielleicht umdenken: Du machst in diesem Moment nicht etwas „nur Anstrengendes“, sondern du machst etwas richtig Gutes für dich. Du stärkst deine Säulen. Du schützt deine Knie. Du gibst deinen Knochen die Impulse, die sie brauchen, um stabil und belastbar zu bleiben.
Wenn du also in einer kraftvollen Haltung bist und der Impuls kommt „Puh, ist das anstrengend“, dann schau mal, ob du diesen Gedanken, ganz im Sinne vom Yoga, sanft drehen kannst in: „Ja, es ist anstrengend. Und genau jetzt kümmere ich mich um mich.“
Viel Spaß bei der heutigen Praxis.
